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Junior Club - Aktuelles

Im Reich der Grünen Riesen

Martin (9) hat keine Angst vor großen 'Tieren' Es war einmal – in einem Ländle, gar nicht so weit, weit weg. Da lebten die Meister der grünen Riesen. Große, wirklich große Kerle waren diese Riesen, breit und kraft strotzend. Und von überallher kamen die Menschen, um sie zu bestaunen. Mit etwas Glück konnte man sogar ganz, ganz nah an die grünen Riesen herankommen ... John Deere heißen sie allesamt und mit Vornamen zum Beispiel T670i, 6030 oder 9630. Geboren werden viele von ihnen in Mannheim – und sie sind so richtig gefährlich. Schließlich hat so ein grüner Riese ja schon alleine Füße, die über einen Meter siebzig groß sind. Von unbändiger Kraft ganz zu schweigen...
Werner Bührer ist einer der „Dompteure“, der die staunenden Menschen bis direkt an seine großen, grünen Riesen heran begleitet. Er kann sich das auch trauen – schließlich kennt er sie ja auch ganz genau. Und das schon seit 42 Jahren. Und Werner Bührer ist so richtig stolz auf seine „Großen“, die wenig ehrfürchtige Banausen schlicht Traktoren nennen. Fast so stolz, so scheint es mitunter, wie auf seinen kleinen Enkel. Aber nach mehr als vier Jahrzehnten wachsen einem die großen Kraftpakete doch heftig ans Herz.

Jemand, der die Landwirtschaftsriesen – die aus der Familie der Deeres ebenso wie die von Claas, Fendt oder Deutz-Fahr – fast ebenso liebt und kennt ist Martin (9). Deshalb nimmt Werner Bührer den jungen Ebermannsdorfer auch gerne mit bis direkt in die „Kinderstube“ seiner Riesen. Schließlich hapert es bei Martin weder an der Qualifikation („Ja, ich bin Bauer.“) noch am praxisgeschulten Auge fürs Detail („Schon gesehen? Der John Deere da drüben hat einen platten Reifen.“)

Das eine oder andere, das auch für Martin noch neu ist, weiß Werner Bührer beim Spaziergang durch die Mannheimer Werkshallen – die modernste Traktorenfertigung Europas – aber schon noch zu berichten. So zum Beispiel, dass es rund viereinhalb Stunden dauert, bis so ein 6030 oder einer seiner „Brüder“ komplett zusammengebaut ist, und dass die „Deere-Dompteure“ jeden Tag 250 ihrer grünen Riesen auf die Reise hinaus in alleWelt schicken. Alle drei Minuten ist ein neuer Traktor fertig und rollt dann durchs Werkstor hinaus auf den großen Parkplatz zu seinen „Kollegen“, die schon Grün an Grün und Gelb an Gelb dort warten. Wer sich eines der Exemplare des Marktführers nach Hause auf den Hof holt, der will sich natürlich darauf verlassen, dass sein „Johnny“ wirklich kerngesund ist. Alles, was die Riesen beim Laufen behindern könnte, wird von ihnen ferngehalten und wandert beispielsweise in die gläserne „Schatztruhe“ – lose Schrauben und vergessene Tempotaschentücher ebenso wie Plastik-Kaffeebecher. Ob die Riesen dann – solcherlei möglicher Ärgernisse ledig – dann auch wirklich und wahrhaftig leise wie große, dicke Katzen schnurrend laufen, zeigt sich am Teststand. Eine gute Viertelstunde zeigen die Grünen hier, was sie können, und der „Kollege Computer“ checkt es auf 197 verschiedene Arten. Jeder zehnte „Mannheimer“ beweist zudem auf dem Rollenprüfstand noch einmal, dass er sich tatsächlich picobello herausgeputzt auf denWeg macht. Und genau hier auf dem Rollenprüfstand hat schließlich auch Martin das Ziel seiner Wünsche entdeckt. „Das wäre mein Traumberuf – den ganzen Tag nur Traktor fahren“, schwärmt er. Nun ja, wir werden ja sehen…

Autorin: Michaela Süß




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